Südburgenland trifft Südkärnten
Eine Best-Practice-Study-Visit im Rahmen des EU Central Europe Projektes „Listen to the Voice of Villages" (Hör‘ auf die Stimmen der Dörfer) führte eine burgenländische Delegation, bestehend aus den Bürgermeistern aus Moschendorf (Hr. Schlaffer) und Eberau (Hr. Strobl), dem Regionalmanagement Burgenland (Hr. DI Böhm), dem europäischen Zentrum für erneuerbare Energie Güssing (Hr. Keglovits) sowie der Universität für Bodenkultur (Fr. Dr. Jiricka, Hr. DI Salak), ins südkärntnerische Bleiburg um mehr über den JUFA „Campus Futura" und die im Hintergrund stehenden, handelnden Institutionen und Personen zu erfahren.
An dem zentraleuropäischen Projekt sind insgesamt 9 Projektpartner aus 6 Staaten (Österreich, Italien, Slowenien, Deutschland, Polen und Tschechische Republik) und 14 Regionen beteiligt. Die Projektlaufzeit beträgt 3 Jahre (2009-2011) und soll darüber hinaus der Grundstein für eine weitere, langfristige Zusammenarbeit der Projektregionen sein. Ziel des Gesamtprojektes ist es, die in marginalen bzw. ruralen Gebieten liegenden Projektregionen auf den Weg hin zu einer nachhaltigen Entwicklung zu begleiten und spezielle, der jeweiligen Region angepasste Pilotaktionen gemeinsam zu entwickeln und umzusetzen.
Exakt in diesem Fokus stand auch die von der BOKU gemeinsam mit der JUFA organisierte Exkursion. Da sich das österreichische Projekt, basierend auf einem von der BOKU gemeinsam mit der Region Güssing entwickelten 3-Phasen-Konzept, mit erneuerbaren Energien und Tourismus beschäftigt, war Bleiburg mit der erst vor kurzem stattgefundenen Eröffnung seines JUFA Campus Futura der ideale Ansprechpartner um zu sehen wie ein Projekt dieser Thematik und dieser Größe realisiert werden kann. Die Exkursion nach Bleiburg sollte auch dazu dienen, das Ergebnis fruchtbarer regionaler/lokaler Kooperationen zu erfahren und die vorhandene positive Energie umgemünzt in Motivation in das laufende Projekt in Güssing zu investieren. Genau hierfür steht der „Campus Futura". Die burgenländisch/wiener Projektgruppe wurde von Mitgliedern der JUFA Geschäftsführung (hier sind speziell Fr. Oberhofer und Fr. Haas zu erwähnen), vom Regionalmanagement Südkärnten (Hr. DI Plaimer), dem Bürgermeister von Bleiburg (Hr. Visotschnig) und vom Architekten des Passivhauses (Hr. DI Gaar) begleitet. Nach einer interaktiven Führung durch das JUFA Anwesen, fand im Seminarraum eine spätnachmittägliche Diskussionsrunde statt, wo die vor Ort ablaufenden Prozesse und Kooperationen sowie die öffentlichkeitswirksamen Strategien der JUFA Einrichtungen vorgestellt wurden. Besonders positives Feedback gab es zu dem Passivhaus selbst, wo neben den „herkömmlichen" Vorteilen des Energiesparens auch eine durchdachte Raumkonzeption und innovative Gestaltungsmöglichkeiten in den Zimmern hervorgehoben wurden. Aber auch die durchgängige Sichtbarkeit des Themas erneuerbare Energie und der spielerische Zugang durch den eigens konzipierten „Energy-Park" haben Eindruck hinterlassen. Von der durch Muskelkraft zu betreibenden Spielzeug-Autorennbahn, über Solar-Wasserspiele, Luftpolstertrampolins und E-Bikes bis hin zu „energiegeladenen Entspannungsräumen" wurde getestet und hinterfragt.
Abschließend wurde die Delegation von Bürgermeister Visotschnig (Bleiburg) in das Werner Berg Museum eingeladen, wo die Werke des Künstlers auf eindrucksvolle Art und Weise in authentischem Ambiente präsentiert wurden.
Wie geht's weiter?
Am 11.11.2010 findet in Eisenstadt ein Workshop mit dem Thema „Solar-Energy-Camp" statt, wo unter transregionaler Beteiligung Fragestellungen zur österreichischen Pilotaktion geklärt werden sollen. Was kann passieren? Was muss passieren? Was darf bzw. was darf nicht passieren? U.v.m.
Die österreichische Pilotaktion (1. Phase des Konzepts) zielt darauf ab, das Thema erneuerbare Energie auf erlebnisorientierte, spielerische Art und Weise der Hauptzielgruppe der Jugendlichen (12-16 Jahre) näher zu bringen, Bewusstsein zu bilden und im eigenen Alltag zu verankern. In einem 3-5 tägigen Camp (auch Tagesangebote sind geplant) sollen die TeilnehmerInnen den Camp-Alltag gemeinsam mit professionellen, pädagogisch geschulten BetreuerInnen gestalten und die hierfür benötigte Energie selbst erzeugen. Vom Aufbau des Camps (e-housing) über die Notwendigkeit des Einkaufens im Ort mit Elektrobikes o.ä. (e-mobility) und Kochens (e-cooking) hin zur interaktiven Berichterstattung (e-media) mittels selbstgestalteter Videos und der kreativen Abendgestaltung (e-entertainment) sind die TeilnehmerInnen gefordert Lösungen zu finden und zu realisieren. Gibt es bspw. keinen für die Stereoanlage Strom mehr, dann muss man aktiv werden und diesen am Energiefahrrad selbst erzeugen.
Wir hoffen auf zahlreiche Beteiligung vieler pädagogisch geschulter Personen und freuen uns auf Ihren Input und auf eine interessante, aufschlussreiche Veranstaltung. Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme haben, dann mailen Sie uns einfach unter:
DI Boris Salak
Universität für Bodenkultur, Wien
Institut für Landschaftsentwicklung, Erholungs- und Naturschutzplanung
A-1190 Wien, Peter Jordan-Straße 82
Tel.: +43/1/47654-7218
Fax: +43/1/47654-7209
Website: http://ilen.boku.ac.at/
Mail: boris.salak@boku.ac.at
Der Eintritt ist selbstverständlich frei. Für Verpflegung wird gesorgt.
Nähere Informationen:
- zur österreichischen Pilotaktion finden sie unter: http://www.energy-tourism.com/
(online ab Oktober 2010) - zum Gesamtprojekt, den einzelnen Projektpartnern und den Pilotprojekten finden sie unter: http://www.listentothevoiceofvillages.org/
- zum Central Europe Förderprogramm finden Sie unter: http://www.central2013.eu/

